Reisethrombosen müssen nicht sein

Passagierin Emma Christoffersen starb nach einem Flug von Sydney nach London-Heathrow an den Folgen einer Thrombose. Fluggesundheits-Experten ist diese „typische Thrombose“ auch als „Touristenklasse-Syndrom“ bekannt. Dennoch stuften die meisten Ärzte die Vorfälle als Ausnahmefälle ein. Neuere Untersuchungen sprechen dagegen allein in Großbritannien von bisher 2000 Fällen.

 

So können Sie sich schützen

Hier einige Tips, wie Sie sich auf langen Reisen vor gefährlichen Blutgerinnseln schützen können:

1. Viel trinken, vor allem Mineralwasser, Früchtetees und Obstsäfte ohne Salz und Zucker. Alkohol hingegen ist tabu. Er erweitert die Gefäße und sorgt dafür, dass Flüssigkeit aus den Gefäßen austritt und zu „dicken Beinen“ beiträgt.

2. Immer mal wieder aufstehen und ein paar Schritte gehen, am besten spezielle Fußgymnastik machen.

3. Weite, bequeme Kleidung tragen.

4. Wer darüber hinaus Stützstrümpfe anzieht, verhindert das Anschwellen der Unterschenkel und beugt der Gefahr einer Thrombose vor.

5. Risikopatienten sollten vor Langstreckenreisen ärztlichen Rat einholen und eventuell eine Aspirin-Tablette nehmen oder sich ein gerinnungshemmendes Medikament wie Heparin s.c. verordnen lassen.

Anmerkung: Zu den sogenannten Risikopatienten gehören vor allem diejenigen, die Verwandte mit einer Thromboseerkrankung haben, Raucher, Übergewichtige und Frauen, die die Pille nehmen. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Personen, die an Venenerkrankungen oder Herzschwäche leiden, älter als 40 Jahre, frisch operiert oder schwanger sind.

6. Bei weiten Autofahrten alle Stunde pausieren, 5 Minuten bewgung und dann zur nächsten Etappe.

7. In der Bahn sollten Sie die Möglichkeit des Gehens im Gang alle Stunde nutzen im Ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

 

Fußübungen: so bleiben Sie auch auf langen Reisen fit

Für Langstreckenreisen empfehlen wir Übungen, die nicht nur der Thrombosegefahr vorbeugen, sondern auch Rückenschmerzen oder dicken Beinen entgegenwirken. Die

Fußpumpe

Füße flach auf den Boden stellen. Dann abwechselnd (etwa im Sekundenrhythmus) Hacken und Zehen heben und wieder auf den Boden drücken (60mal, regt die Wadenmuskulatur an, dadurch wird das abgesackte Blut wieder hochgepumpt).

Der Beinsteller

Knie abwechselnd beugen, bis die Hacken unter dem eigenen Sitz sind, dann so weit wie möglich strecken, als wollten Sie jemandem ein Bein stellen (10mal, lockert das versteifte Kniegelenk, bringt Schwung in die Muskeln).

Der Nasenstüber

Abwechselnd das linke und rechte Knie in Richtung Nase heben. (10mal, lockert die Hüftgelenke und -muskeln)

Der Bauchtanz

Setzen Sie sich aufrecht, Schultern hängen lassen. Spannen Sie den Bauch an und versuchen Sie, den Rücken mit dem Bauch in die Rückenlehne zu drücken. Dann den Bauch so weit wie möglich herausstrecken (8mal, hält die Lendenwirbelsäule beweglich).

Der Baumkratzer

Lehnen Sie sich zurück und stellen Sie sich vor, die Rückenlehne sei ein knorriger Baum, an dem Sie sich den Rücken kratzen wollen. Schieben Sie dazu den Rücken mit minimalen Bewegungen seitlich hin und her (20mal, lockert die Brustwirbelsäule).

Der Umgucker

Den Kopf einige Male langsam nach den Seiten drehen und dazwischen das Kinn auf die Brust drücken. Nie kreisen - das kann Kopfschmerzen auslösen (8mal, lockert die Halswirbelsäule).

Der Schulterkreisel

Hier ist Kreisen erwünscht. Schultern vorne heben und nach hinten runterziehen (20mal, wirkt der gekrümmten Sitzhaltung entgegen)

Der große Seufzer

Aufrecht sitzen, Füße flach auf den Boden stellen, Ellbogen zu den Seiten wegstrecken. Hände kräftig gegeneinanderdrücken und die Luft durch die gespannten Lippen mit einem leisen „fffffffff“ entweichen lassen (10mal, aktiviert die Atmung).

 

Das sollte ins Handgepäck Ins

Handgepäck gehören Nasenspray und ein Mittel gegen Luftkrankheit. Wer zu Übelkeit neigt, sollte vor dem Start ein entsprechendes Medikament nehmen, zum Beispiel einen Reise-Kaugummi.

Fliegen mit Baby

Schwangere Frauen sollten vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtsdatum keine Langstreckenflüge mehr unternehmen. Müttern mit Säuglingen rät der ADAC, diesen ab Verlassen der so genannten Reiseflughöhe die Flasche zu geben. Das Lutschen am Sauger schafft den nötigen Druckausgleich.

Sicherheitsgurt anlegen oder nicht?

Gegen Turbulenzen während eines Fluges oder bei Autoreisen kann man sich zwar nicht wehren, vor den möglichen Folgen aber durchaus schützen. Der angelegte Sicherheitsgurt im Flugzeug sorgt dafür, dass man bei einem plötzlichen Durchsacken des Flugzeugs nicht aus dem Sessel geschleudert wird.

Gute Reise wünscht Ihnen das Team der Praxis für Gefäßmedizin

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